
Zwischen EINS (1) und KEINS (0)
Freitag, 30. März 2007
Serie:
„Wenn Zahlen sprechen könnten“
David McLion
Dieser Artikel von David McLion erschien erstmals in MATRIX3000 – Band 6 – unter der Rubrik WISSENSCHAFT. Für VITAO-spezial wurde der Beitrag vom Autor in etwas gekürzter Form neu aufbereitet.
THEOGRAPHIE*)
*) David McLion hat aufgrund der zunehmenden Verwendung und Verfremdung des Begriffs THEOMETRIE in Bereichen, die mit der Wortauslegung im Sinne McLions Terminologie nichts bis wenig mehr gemein haben, den Begriff THEOMETRIE zu THEOGRAPHIE (des Schöpfers Glyphen) gewandelt. Diagramme im Kontext der THEOGRAPHIE heissen in künftigen Publikationen THEOGRAMM (siehe auch THEOGRAMM 04 und THEOGRAMM 00). Beide THEOGRAMME sowie deren textliche Ergänzungen / Auslegungen stammen aus Veröffentlichungen von David McLion - wurden aber in Wikipedia urheberrechtlich freigegeben.
Alle Artikel aus MATRIX3000 - welche den Begriff THEOMETRIE verwendet haben - sind in "VITAO-spezial" entsprechend überarbeitet. [DMCL 28.03.2007 13:44]
Gedanken von David McLion zu Bert Schreibers QUANTUM-QUANTA-Theory
Über den Film der Wahrnehmungs-Vielfalt zwischen EINS (1) und KEINS (0)
Wahrnehmung und Vorstellungsvermögen sind gefärbt von Interesse, subjektiver Erfahrung und Bewusstheit. Wahrnehmung ist individuell. Individualität aber bedeutet, eigenständig nur solches wahrzunehmen, was zunächst das eigene Sein betrifft - um sich damit vom Sein anderer Wesen indirekt abzugrenzen. So entsteht von Wesenheit zu Wesenheit ein unterschiedliches Bild ein und desselben Ereignisses.
Nimmt man 100 beobachtende Instanzen und konfrontiert diese gleichzeitig mit einem x-beliebigen Ereignis, zeichnet deren Eindrücke auf – das was sie sehen, hören, fühlen, schmecken, riechen, urteilen, abspeichern – dann resultiert daraus eine Art Film aus 100 Standpunkten, 100 Wahrheiten, 100 Überzeugungen. Das aber ist nicht die ganze Wahrheit. Und würden wir 1 Milliarde Beobachter nehmen, wir reichten an die Wahrheit nicht heran.
Welchen Sinn macht das? Warum hat uns die Schöpferische Intelligenz nicht von Anbeginn an mit All-dimensionalen Sinnen ausgestattet, die die Wirklichkeit unfokusiert (quasi als Kontinuum) und frei von manipulierten Angstmodellen erkennen lassen? So würde es keine oder weniger zwischenmenschliche Spannungen geben, die Machtapparate würden ad absurdum geführt, der Mensch wäre frei von Ängsten über seine Zukunft und sein Seelenspeicher frei von Erbsünde und sonstigen Lasten, die ihn zu Demut und Unterwürfigkeit zwingen. Aber dem ist nicht so.
Eine Menschenkette ist im Prinzip vergleichbar mit einer Perlenkette, die in Gleichzeitigkeit die Wirklichkeit abgegrenzt reflektiert, gleich einem Film, bestehend aus X Bildern pro Zeiteinheit eines JETZT. Dieser Film heisst EINHEIT in VIELHEIT – und er ist in der Tat spannend, ja spannungsgeladen, dieser Film der subjektiv erlebten Wahrheitsempfindung. Jedes empfangene Bild ist abgegrenzt von dem des Nachbarn – ist mehr oder weniger nuancenreich, farbig, hell oder dunkel. Das ist das Prinzip, die Weltenformel, woraus sich ableiten lässt: Alles hat Grenzen. Offenbarung bedingt Abstand, denn Erleuchtung schafft Dunkelheit als Polarität, so wie das Leben den Tod hervorbringt und die Freude nur durch den Schmerz erfahrbar wird. Nur durch Abgrenzung entsteht Lebensspannung, Licht, Erlösung.
Der Mensch ist – fokussiert im Materiellen - von seinem Schöpfer abgegrenzt. Insbesondere solange er diesen Schöpfer nur über sich und ausserhalb von sich sieht. Erst in dem Moment, so er sich selbst als Schöpfer versteht, die eigene Schöpferkraft anerkennt, kann diese Trennung aufgehoben werden. Ungeachtet dessen bleibt ein Hauch Differenz, denn selbst wenn man in Resonanz mit einem Ton oder einer Schwingung ist, so ist man nicht der Ton selbst oder die Ursache. Denn auch ein Spiegelbild ist nicht das Original. So sein wollen wie GOTT - das Vorbild - aber konfrontiert uns mit dem Grundkonflikt, der kosmischen Grundspannung.
Auch die Wissenschaft hat ihre Grenzen – sie muss und wird diese systemimmanent haben. Denn das Göttliche Spiel funktioniert nur, wenn ein „Geheimnis“ übrig bleibt, welches die Grundspannung aufrecht erhält. Ein Geheimnis aber entspricht dem Nicht-Wissen – und dieses Quantum Nicht-Wissen wird es immer und ewig von der Wahrheit, dem Absoluten trennen. Und trennen bedeutet Grenzen setzen.
Informationstransfer basiert auf JA-NEIN-Impulsen. Nein grenzt den Informationsfluss jeweils ab, so dass einzelne, differenzierte Informations-Einheiten entstehen, wie Zahlen, Buchstaben, Codes, Symbole. Rhythmus funktioniert nach dem gleichen Prinzip. Zwischen den Tönen, Klängen, Schallmachern sind Pausen, Nichttöne. Nur so können wir unterscheiden und empfinden, zwischen dem was ist und dem was nicht ist. Zwischen EINS und KEINS. Vielfalt spielt sich also ab im Rhythmus zwischen Etwas, das wir wahrnehmen und seinem Gegenteil. Das will nicht heissen, dass dieses Gegenteil von Wahrnehmung gleich Nicht-Existenz bedeutet. Wir können es einfach mit unseren fünf Sinnen nicht sehen, nicht hören, weder riechen noch schmecken, weder anfassen noch uns vorstellen. Die NULL, das „NICHTS“ entzieht sich unserer Vorstellungskraft. Das Schwarze Loch können wir nur virtuell erfahren, wobei wir womöglich bereits im sprachlichen Ausdruck einer Täuschung unterliegen.
Ein Loch stellt man sich rund vor und irgendwie vereinzelt. Es fällt uns schwer, dieses Loch zum Beispiel ebenfalls als Kette schwarzer Perlen zu sehen, im Sinne der abgrenzenden Räume zwischen den wahrgenommenen Informationen, den Ereignissen, den Tönen und Klängen. Dann nämlich hätten wir eine einleuchtende Erklärung dafür, was den Augenblick, das JETZT und HIER abgrenzt und damit erlebnisfähig macht.
Der „Schwarze Null-Kontur-Raster“ ist nicht messbar und dennoch existent, weil systemimmanent erforderlich, um Licht, Leben, Liebe erfahren zu können. Das Geheimnis-Umgebende unserer Erfahrungswelt, das Nicht-Wissen(dürfen) als Grenze dessen, was es zu erforschen gilt. Die unsichtbare Spiegel-Kontur zur Göttlichen Einheit, die wir als Vielheit reflektieren dürfen. Das KEINS als existierende Polarität zur EINS, aus der sich das Wechsel- und Kräftespiel, Tanz und Kampf spannungsgeladen hervortun im Sinne von Manifestation und Wandlung oder auch RAUM und ZEIT.
Alles ist Fluss. Alles ist Tropfen. Alles ist Meer. Alles ist Wandlung und Wiederkehr. Keine Freiheit ohne Begrenzung. Grenzen sind Funktionsgeber. Grenzen sind Ausdruck des Bedürfnisses nach Individualität, Spezialisierung und Differenzierung. Ohne formgebende, begrenzte Freiheit kein Fluss, keine Energie, kein Kraftfeld. Das sogenannte Zeit-Kontinuum muss eine Informations-Kontur haben, um im JETZT und HIER erlebbar zu werden. Dieses Quantum ZEIT hat wie alles auf dieser Welt zwei Funktionen: Zum EINEN ist es die Befähigung zum Wachstum von der schöpferischen Leitidee in die Welt der Manifestation – zum ANDEREN ist es die Beförderung auf eine andere Ebene, nachdem es den zyklischen Höhepunkt des momentanen Wachstums erreicht hat: die Befähigung zur Wandlung. Letzteres ist der Quantensprung, abhängig von Wissen, bzw. von Bewusstsein und Wahrnehmung des Individuums. Schliesslich können wir uns nicht ständig und stets im Kreis drehen.
Eingebettet zwischen Wachstum (LICHT - JA) und Wandlung (DUNKEL - Nein) befindet sich das unendlich weite Feld des „Sowohl-Als-Auch“, die Tonleitern, die Oktaven, das Spektrum, die Vielfalt, die Grauzonen, der individuelle Lebensraum als mehr oder weniger spannungsgeladener Film des Lebens.
