
Havillah da Monte
Havillah da Monte
Selbstvereinigung
Dieser Aufsatz musste mehrfach überarbeitet werden, da Havillah da Monte quasi ohne Punkt und Komma schreibt, in einer Art meditativem Schreibfluss. Seine Texte brauchen keine Bilder – doch sind sie gewöhnungsbedürftig.
Havillah da Monte betrachtet im nachstehenden Aufsatz Zusammenhänge des Selbstwerdeprozesses, die für ihn über die Kleinlichkeiten menschlicher Entzweiung zur Heilung des Selbstes führen. Er beschreibt Selbstexploration als den inneren Weg zur Selbstvereinigung, aus der Macht, Energie und Kraft geschöpft werden kann, der zu sein, der man wirklich ist. Nicht Opfer eines Schicksals, sondern Herr und Meister der eigenen Selbstbestimmung.
Die Gestaltung menschlichen Lebens ist für den geistig Orientierten kein Schicksal sondern Bestimmung. Bestimmung unterscheidet sich von Schicksal dadurch, daß Schicksal etwas ist, dem wir anscheinend hilflos als Opfer ausgesetzt sind. Opfer sind wir immer nur dann, wenn wir den Zusammenhang zwischen Freisein und Verantwortung nicht kennen oder ablehnen. Jeder ist in dem Maße frei, wie er bereit ist für sich, sein Leben und seine Kreationen Verantwortung zu übernehmen.
Verantwortung bedeutet anzuerkennen, daß ich selbst es bin, der sich alles, was mir widerfährt, kreiere. Mit der „Formel u-e-d" - umhüllen, erfüllen, durchdringen -, kann ich das, was ich mir kreiere, ordnen. Das, was ich mir kreiere, ist mein Reich. Aus Geist-Gott-Bewußtsein heraus ist es mir möglich, meine Kreationen in Besitz zu nehmen, mir bewußt zu sein, daß ich für alles, was ich denke, spreche, tue, Verantwortung übernehme. Aus diesem übergeordneten Bewußtsein bin ich Herr meiner Kreationen und nicht mehr ihr Opfer. Durch Verantwortungsübernahme bestimme ich, daß mir mein Reich, meine Kreationen dienen und ich nicht mehr ihr Diener bin.
Ich bin größer als das, was ich mir kreierte. In einem einzigen Erhebungsvorgang kreiere ich dann nicht mehr „mass-to-mass", sondern „Spirit-to-mass". Leben kann als die Fähigkeit definiert werden, Geist-Gott-Bewußtsein in mir zu empfangen, zu speichern, zu verarbeiten (kontemplieren) und in mein tägliches Leben umzusetzen. Es sind die Impulse des eigenen Geistes, dem Gott in mir, dem ich mich öffne, die ich wahrnehme, an die ich mich wende, die ich evoziere, so daß mich mein eigener Heiliger Geist umhüllt, erfüllt und durchdringt.
Er will und muß gerufen werden. Leben ist deshalb die Fähigkeit, diese Impulse, dieses Fühlen wahrzunehmen, zuzulassen, willkommen zu heißen und in jedem Moment mir dieser bewußt zu sein. Aus ihnen kann ich die Kraft und Energie schöpfen, um das umzusetzen, was sich mir innerlich offenbart.
Oft sind wir nicht fähig, uns auf unseren eigenen Geist einzustimmen. Es sind Blockaden, die die Ausrichtung verhindern. Wir befinden uns dann in einem gedanklichen Gefängnis. Keine neuen Gedanken, keine neuen Ideen, kein neues Wissen dringt aus unserem Geist - dem primären, stationären Bewußtsein - in unser sekundäres menschliches Bewußtsein vor. Wir laufen gedanklich im Kreis, einem Teufelskreis und wissen nicht, wie wir diesem entkommen.
Die drei menschlichen Ebenen umfassen den physischen Körper, die zweite Hülle darum herum (Mentalkörper) und darüber hinaus den Astralkörper. Diese werden als „body-mind-consciousness" bezeichnet. Eingefaltet im Astralkörper befinden sich vier weitere Geistkörper, die erweckt sein wollen. Der geistig Orientierte arbeitet daran, die Barriere vom Astralkörper in den vierten Kausalkörper zu überwinden, um sich mit diesem Kausalkörper zu verbinden. Dieser kann auch als Seele bezeichnet werden, wiegt 369 Gramm und verbirgt sich in einer Kaverne neben dem Herzen. Es handelt sich um die Thymusdrüse. Sie ist ein sogenanntes Siegel, das auf die bewußte Aktivierung wartet.
Die Thymusdrüse entspricht der vierten Ebene oder dem „bluebody". Die drei dem physischen Körper zugerechneten Ebenen entsprechen den Reproduktionsorganen: der Sexualität. Der Mentalkörper, der sich als eine Hülle - auch Aura genannt - um den physischen Körper dreht, speichert Not, Pein, Qual, und der Astralkörper, der ebenfalls eine Hülle ist, wird mit dem Begriff „Macht über" in Zusammenhang gebracht. Auf diesen Körperbewußtseins-Ebenen spielt sich das menschliche Schicksalsdrama ab. Alles Alte, Vergangene, auch unsere genetischen Programme, die wir in diese Inkarnation mitbringen, die genetische Blutlinie, in die wir uns hinein inkarnierten, bestimmen unser Schicksal.
Ist das erkannt, können wir uns in freier Wahl über dieses Schicksal erheben und unsere geistigen Körper entfalten. Diese besitzen ein eigenes Bewußtsein. Es geht darum, daß wir uns dieses Bewußtsein zugänglich machen, daß wir nicht mehr Opfer eines nichtbestimmbaren Schicksals sind - sondern Herr und Meister unserer eigenen Lebensbestimmung, daß wir nicht mehr im Kreis laufen und unser „Karma" leben müssen, das es sowieso nicht gibt.
Es ist der Glaube, der uns an ein Karma bindet. Der geistig Orientierte erkennt, daß alles, was ihm widerfährt, einem absichtsvollen Guten entspricht und daß alles, was er tat und erlebte, nur Mittel war und ist, in ein erweitertes Fühlen zu gelangen. Und dieses sollte kein altes, bekanntes, menschliches Fühlen sein, sondern uns in ein neues Geist-Gott-Fühlen bringen, so daß sich neue Dimensionen des Bewußtseins erschließen.
Bewußtsein ist immer an Fühlen gekoppelt. Letztlich tun wir alles um zu fühlen, ins Fühlen zu gelangen. Was Menschen auf menschlicher Ebene suchen, was sie motiviert, sind emotionale Erlebnisse. Die Manipulation, emotionales Erleben zu vermitteln, ist allgegenwärtig. In jedem Augenblick werden wir emotional stimuliert. Ja, wir sind süchtig danach, uns emotional stimulieren zu lassen, passiv emotionale Stimulation zu konsumieren. Was wäre ein Fernsehfilm, wenn er nicht ganz tief den Zuschauer emotional stimulieren würde? Wir sind süchtig auf diese Stimulation und bescheren uns immer wieder neue Erlebnisse, die uns emotional berühren.
Durch diese Stimulation laufen im physischen Körper biochemische Prozesse durch Hormonausschüttung ab, die uns ein emotionales „High" verpassen. Wir suchen, kreieren und bescheren uns wie Drogenabhängige immer neue Erlebnisse, die unsere hormonelle Steuerung angeregen. Hormone werden ins Blut ausgeschüttet, die uns Befriedigung verschaffen, uns erleichtern, den Druck, den Stau, den Streß kompensieren. Sind uns diese Zusammenhänge klar, können wir unsere eigenen Abhängigkeiten von reaktiven emotionalen Bindungen beobachten und somit uns ihrer bewußt sein. Alles was sich auf dieser menschlichen Ebene als Dramen abspielt, unterliegt den gleichen Mustern der biochemischen Steuerung von Hormonen, die unser Verhalten, unsere psychologischen Verhaltensmuster bestimmen.
Letztlich ist ein Opfer immer re-aktiv. Und wo sich jemand als Opfer sieht, braucht es einen Verfolger, egal wie der heißt oder wie er aussieht. Opfer und Verfolger gehören zusammen. Im Opfersein ist es immer der andere, der uns was antut. Es sind immer andere Menschen, Umstände, zeitliche Abläufe, Dinge, auf die ein Opfer reagiert. Die Schuld, daß etwas so ist, wie es ist, wird außerhalb gesucht. Bei anderen Menschen, den Eltern, den Umständen, in die ein Wesen hineingeboren wurde, den Dingen, die ihm widerfahren, dem Karma, das es leben muß, dessen Opfer es ist und in dessen linearen Zeitablauf es eingebunden ist usw.
In einem Moment des Begreifens kann dieser Ballast aufgelöst werden. Im geistigen Umhüllen, Erfüllen und Durchdringen steht jedem Wesen aus seinem Geist-Gott-Bewußtsein heraus die Möglichkeit zur Verfügung, sich durch Hingabe und Hinwendung an seinen eigenen Geist sich aus dieser Opferrolle zu befreien, den Ballast aufzulösen und sein Leben neu zu ordnen.
Oft ist die Verantwortung, sind die Probleme, mit denen sich Menschen konfrontiert sehen, so überwältigend schwer, daß sie, egal was sie tun, keinen Ausweg finden. Der Ausweg liegt alleine darin, diese Verantwortung, diese Probleme an den eigenen Heiligen Geist abzugeben und ihn zu evozieren, daß er hervorkommt und in seiner Allmacht und Allgegenwärtigkeit gebeten wird, das zu lösen, was menschliches Bewußtsein nicht zu lösen vermag. Wir können noch so viel arbeiten, noch so viel tun, wir hinken hinter her, sind Gefangene der Zeit, in der wir uns horizontal bewegen. Zeit als solche existiert nur auf den KörperVerstandes-Ebenen.
Im Bereich des Geist-Gott-Bewußtseins gibt es keine Zeit. Es ist die zeitlose Gegenwart, der Moment, der Augenblick, in der sich Geist-Gott-Bewußtsein offenbart, in dem wir uns dahinein erheben, in ein erweitertes Bewußtsein, dem wir uns öffnen, dem wir uns hingeben, das wir bitten, alles das zu umhüllen, erfüllen und zu durchdringen, was uns knechtet und versklavt. Ja, was wir mit unserem menschlichen Bewußtsein nicht zu lösen vermögen.
Geist-Gott ist real. Daraus entspringt unser physisches Leben. Wir sind immer mit Geist-Gott verbunden. Es ist die unbewußte oder bewußte Wahl, die uns mit diesem verbindet oder uns auf der menschlichen Ebene das wahrnehmen läßt, was wir wahrnehmen wollen, auch wenn wir uns diesem Geist-Gott-Bewußtsein verschließen. Selbst in der Nichtwahrnehmung leben wir aus diesem Geist-Gott-Bewußtsein. Freier Wille und freie Wahl machen uns zu Opfern eines Schicksals oder einer Bestimmung, die uns Herr und Meister sein läßt.
Ein Aspekt unseres Schicksals besteht darin, daß wir biochemisch von Signalen, Wellen, Frequenzen bestimmt sind, deren wir uns kaum bewußt sind. Das was heute von Satelliten und Funktürmen in unseren biochemischen Organismus eingestrahlt wird, kann derselbe nicht verarbeiten. Er wehrt sich. Diese unverarbeitbaren Signale stimulieren biochemische Prozesse, die zu einer Verpolung des physischen Organismus führen. Dazu gehören auch alle technischen Einrichtungen in umbauten Räumen, mit denen wir uns umgeben. Von der Geschirrspülmaschine, Waschmaschine, Wäschetrockner, über Kopierer, Computer, Fernsehgeräten, Telefonanlagen, Handy's, bis zu künstlichem Licht und Kraftfahrzeugen, sie alle strahlen ein Frequenzgemisch ab, das unser menschlicher Organismus nicht verarbeiten kann, weil ihm diese Signale fremd sind. Es sind einerseits die technischen Einrichtungen, mit denen wir uns umgeben, und andererseits die Strahlenquellen außerhalb, über die wir nichts wissen. Beide zusammen üben Wirkungen aus, denen wir uns kaum entziehen können.
Die Wirkungen bestehen in hormonellen Fehlsteuerungen in unserem Organismus, der diese Signale nicht gewohnt ist und sie deshalb nicht verarbeiten kann und sich dagegen wehrt. Wie stark diese Wirkungen das menschliche psychologische Verhalten bestimmen, ist kaum einem Wesen bewußt. Diese Fremdsignale dringen bis in den Kern der Zelle vor. Manche Forscher behaupten, daß mittels dieser bestimmte Gensequenzen angeschaltet werden können, die massenpsychologisches Verhalten steuern.
Der geistig Orientierte wird sich mit diesen tiefgreifenden und weitreichenden Fragen befassen müssen. Die innere Unruhe, der Streß, das sich energetisch ausgeblutet fühlen, der innere Krieg, der tägliche Kampf und die tausend-und-ein Wehwehchen, das was uns krank macht, ist nicht nur auf innere psychosomatische Prozesse zurückzuführen, sondern hier finden wir auch externe Ursachen, die es zu erkennen gilt. Fremdsteuerungen unterminieren und schwächen unseren Willen und zwingen uns Verhaltensmuster auf, die nicht aus uns selbst stammen.
Unser Denken, unser Verstand, unser Gehirn wird quasi biochemisch ferngesteuert, ohne daß wir uns dessen bewußt sind. Dazu kommt unsere eigene genetische Struktur, die uns an Muster bindet, die nur mittels überragendem Wissen aufgelöst werden können. Kaum einer ist sich bewußt, daß sein innerer Krieg vielleicht mit seiner eigenen genetischen Vererbung zusammenhängt. Das Wissen, was oder wer uns letztlich bestimmt, liegt hinter den sieben verborgenen Schleiern der Isis. Es geht um Selbstbestimmung und jeder, der sein Selbst definiert und sein Schicksal als Bestimmer in die Hand nimmt, wird sich mit den vorstehenden Tatsachen auseinandersetzen müssen. Es bleibt ihm nicht erspart, an den tiefsten Wesenskern seines Seins zu klopfen und herauszufinden, wer er wirklich ist und was ihn noch fremdbestimmt, ohne daß er es will oder es ihm bewußt ist.
Menschliches Körperbewußtsein wird sich mit diesen Fragen nicht auseinandersetzen können. Es geht nur, wenn der geistig Orientierte einen Weg in sich selbst findet, der ihm die Antworten auf Fragen gibt, die nur die Allmacht seines eigenen Geistes beantworten und lösen kann.
In diesem inneren Werdeprozeß wird er mit Wissen konfrontiert, das nicht auf dem Marktplatz des Gesellschaftsbewußtseins zu finden ist. Das, was heute allgemein als Wissen verkauft und von uns konsumiert wird, sind Dogmen, sind Paradigmen, die kein Interesse daran haben, Menschen zu befreien. Im Gegenteil, das beschränkte Wissen zeichnet sich durch Quantität aus, nicht durch Qualität. Es überflutet uns mit einer Komplexität, die nicht zu erfassen ist. Es sind intellektualisierte, sich widersprechende Informationen, durch die kaum jemand hindurchschaut. Es ist kein Wissen, das uns in unserer geistigen Freiheit wirklich weiterbringt. Als Lebensmittel ist es überwiegend untauglich. Die wahren Wissensquellen, die uns wirkliches Leben schenken, liegen im Verborgenen. Der geistig Orientierte wird sie finden und sich erschließen müssen.
Das allgemeine Gesellschaftsbewußtsein steht dem entgegen und im Wege. Es liefert Scheininformationen, die sich als Wahrheit tarnen, jedoch untauglich sind. Das gesamte Gesellschaftsbewußtsein hat nur ein Interesse, den Einzelnen weiter zu versklaven, ihn auszubeuten und in seinem System zu halten. Dogmen und Paradigmen zementieren Glauben an eine Pseudowissenschaft, in der der Einzelne sich nicht mehr zurechtfindet. Ist er sich dessen bewußt, schaltet er diesen Konsum ab, orientiert sich an seinem eigenen inneren Geist-Gott und läßt sich von diesem an die wahren Quellen des lebendigen Wissens führen.
Die Führung Geist-Gott ist nur einen Gedanken entfernt. Es ist die Erkenntnis, die Frustration mit allem Äußerlichen, die ihn innen anklopfen läßt. „Klopfe an und es wird Dir aufgetan..." Neue Türen öffnen sich, in dem Maße, in dem Vertrauen in die innere Führung besteht. Das bedeutet, sich von allen Vorurteilen und Bewertungen freizumachen - im Erfühlen dessen, was Geist-Gott offenbart. Ihn wahrnehmen bedeutet weiter, sich ihm hinzugeben und dort einen inneren Halt zu finden, wo es im Äußeren keinen gibt. „Er" ist nur einen Gedanken entfernt. Geist-Gott wird immer antworten, wenn es in tiefer, aufrichtiger Hingabe geschieht. Für jeden gibt er die individualisierte Lösung, den Lebensumständen angepaßt. Nur die Tat, die Hinwendung befreit. Den zweifelnden Intellekt beiseite lassen und sich dem Neuen offenbaren, sich einem neuen Fühlen öffnen.
Wo die Liebe fehlt, bricht alles auseinander. Es zerfällt, zerstreut und trennt sich. Gott in uns ist Eins. Gott in uns umfaßt alles und trennt nicht, verweigert nicht, lehnt nicht ab, entzweit sich nicht, liegt nicht im Streit, sieht nicht die Gegensätze, die auf der menschlichen Ebene immer auseinander streben, unversöhnlich sind.
Gehen wir in den menschlichen Gegensätzen durch diese hindurch zurück, finden wir immer ein Gemeinsames, den Punkt, das Sein, das mit Allem verbunden ist und das wir als Gott-in-uns bezeichnen können. Im Beobachten von dem was uns steuert, was uns motiviert, was uns umgibt, womit wir konfrontiert sind, was wir ablehnen, was wir verneinen, vor wem wir fliehen, womit wir uns betäuben - finden wir heraus, ob wir in einer Selbstentzweiung leben. Ob wir gespalten, im Krieg und nur Nehmer, Konsumenten sind, passive Opfer; oder ob wir ein Geber sind, ein Herr und Meister unserer Eigenbestimmung, die immer vereint, niemals trennt.
Gott-in-uns ist die Quelle unseres Seins. Aus diesem unermeßlichen, unerschöpflichen Reservoir an Energie und Bewußtsein können wir jeden Moment schöpfen, uns verbinden und unser Leben bestimmen. Es gibt nichts, was uns von dieser Quelle trennen könnte, außer unser Nichtwissen, unsere Verweigerung, uns bewußt an diese anzuschließen. Und es gibt nichts in unserem Leben, was nicht aus dieser Quelle lösbar wäre. Sind unsere Eigenkreationen und Manifestationen in unserem Leben auch noch so komplex und scheinbar so verknotet, daß sie nicht auflösbar erscheinen, die Allmacht unseres Geist-Gott-Bewußtseins, die Omnipotenz und Omnipräsenz beinhaltet bereits alle individualisierten Lösungen, wenn wir sie denn nur anrufen und annehmen!
Selbstwerdung ist immer Selbstvereinung. Sie führt uns aus der isolierten Vereinzelung heraus in einen Bewußtseinszustand, in dem wir das Alles-in-Eins in uns wahrnehmen, was jedes andere Wesen mit einschließt. Es gibt kein „höheres und niederes Selbst". Es gibt nur ein einziges Selbst, das ein Gott ist, ein Geist, ein Geist-Gott-Bewußtsein in jedem. Dieses totale, ganze, heilige, heilende Selbst erschließt sich demjenigen, der den bewertenden Intellekt, die beurteilende, verurteilende „Denke", aufgibt und die unterschwelligen Steuer- und Motivationsprogramme auflöst und sein Selbst dadurch heilt, daß er sich als eine ungespaltene Einheit begreift, die Gott-in-ihm ist.
Die unterschwelligen Bewertungsprogramme laufen als Automatismen ab. Es gilt, sich dieser bewußt zu sein, sie wahrzunehmen und ihren Versklavungs-Charakter zu enthüllen. Sie vergiften das Sein und stehen wahrem Leben entgegen. Es gibt keine Feinde und Verfolger, es sei denn wir kreieren sie in unserer eigenen gespaltenen, bewertenden „Denke".
Jeder Gedanke besitzt seine eigene Realität. Das, was wir denken, manifestiert sich für uns im nächsten Moment, und wir sind wieder nur Opfer dessen, was wir selbst kreierten. Wir wundem uns dann, was uns widerfährt, und flüchten vor unseren eigenen Gespenstem, die wir zu uns ins Leben riefen. Egal wo wir sind, tragen wir diese gespeicherten Inhalte mit uns. Die Spaltung, der Krieg, das Unversöhnliche, die Unfähigkeit, uns selbst zu vergeben, verfolgt uns so lange, bis wir uns dieser Selbstentzweiung bewußt sind und sie in uns durch Vergebung auflösen.
Selbstvergebung ist dann auch das Heilmittel der eigenen Wahl, das uns in Frieden und Harmonie mit uns selbst sein läßt. Aus dieser inneren Selbstvereinigung heraus ändert sich alles um uns herum: unsere Beziehungen, unsere unerledigten Verpflichtungen, die wir eingingen, alles Vorliegende, was wir so lange vor uns herschoben, das uns erdrücken will, dem wir ausgesetzt sind, weil wir die Verantwortung scheuen, vor dieser flüchten und uns nicht darüber erheben und sie aus unserer inneren Quelle Geist-Gott lösen.
Eine neue Ordnung etabliert sich. Wir ziehen den Geist, das Bewußtsein, das Kleinliche, mit dem das Alte, Vorliegende befrachtet ist, weil wir es nicht besser wußten, heraus und umhüllen, erfüllen und durchdringen es mit einem neuen Geist, dem allmächtigen Geist unseres eigenen Gottes-in-uns.
Damit nehmen wir die verschwendete Macht, die Energie aus allem heraus und führen sie in uns selbst zurück. Wir ermächtigen uns selbst. Wenn ich weiß, daß ich es bin, der sich alles selbst kreierte, egal was es ist, übernehme ich die Verantwortung dafür, konfrontiere sie, akzeptiere sie und transformiere mich, indem ich mich über die Dinge erhebe und sie so bestimme, daß sie mir dienen und ich nicht mehr unter ihnen leide und ihr Opfer bin. Ich kann dann das fallen lassen, was mir nicht mehr dient und das behalten und aufbauen, pflegen, nähren, was ich in meinem Reich will, daß es mir weiter dient. Das ist Selbstermächtigung. Ich ermächtige mich selbst als Herr und Meister über mein Schicksal, in dem ich es bestimme. Ich bin dann auf dem Wege in die Exploration meines eigenen Selbstes: aus meinem Selbst, durch mein Selbst, für mich selbst.
Ich gebe mir aus meiner inneren Quelle das, was ich begehre. Was für eine neue Perspektive! Was für ein neues Sein! In einem Moment bin ich aus der Opferrolle heraus. Bin nicht mehr Nehmer und Konsument dessen, was mir von außen oktroyiert wird, sondern Geber, der aus der unerschöpflichen Quelle des eigenen Seins schöpft. Diese Quelle vereint, sie verneint nicht mehr, sie trennt nicht mehr, sie grenzt nicht mehr ab und aus, sondern verbindet, läßt zu, heißt willkommen, nimmt an und feiert den köstlichen Moment dieses Seins. Aus dieser Quelle stammt die Energie, die Kraft, der Mut, das Bewußtsein und die Stärke der Tat: „Nur der Starke ist sich selbst am Mächtigsten".
Das Vorliegende, die Probleme, die Beziehungen, was auch immer, sie verschwinden nicht einfach so und lösen sich nicht in Luft auf. Sie werden nur mehr umhüllt, erfüllt und durchdrungen mit einem neuen, erweiterten Bewußtsein, mit Klarheit, mit Transparenz und einem ungespaltenen, ungetrennten nicht mehr verurteilenden und nicht mehr bewertendem Gedanken des Einsseins: Ich bin Du und Du bist ICH.
Einem tiefen Fühlen des Verbindenden, ja, einem Mitgefühl und einem wohlwollenden, liebenden, gebenden, unterstützenden, helfenden Barmherzigsein. Wo wirkliche Liebe lebt, ist Verbindung, ist Kommunikation, lebt ein Geist, der eint. Es ist das Trennende, an dem wir leiden. Jeder trägt in sich das Ursehnen nach Einssein. Jeder sehnt sich danach, akzeptiert zu sein, so wie er ist - ungespalten, ungetrennt, unbewertet. Es ist das Ursehnen in uns, das wir allverbindende Liebe nennen. Wo diese Liebe fehlt, fällt alles auseinander. Jedes natürliche Lebenssystem strebt hin zu einer symbiotischen Vereinigung. Zu einer Interaktion, zu einem Austausch, zur Kommunikation, dem sich wechselseitigen Helfen und Unterstützen.
Der geistig Orientierte fängt bei sich, in seinem eigenen Inneren, mit den Aufräumarbeiten an. Er schaut nicht mehr nach außen, sondern nach innen. Wendet seine Aufmerksamkeit dorthin, wo in ihm die Quelle ist, die eint.
